Jetzt waren wir vier Tage unterwegs. Das war unglaublich schön. 

HANNOVER / BÉI CHÈZ HEINZ 
Es riecht echt krass nach Pisse als wir den Club betreten. Ist das Punk? Die Leute hier sind super freundlich, das macht den penetranten Urin-Geruch irgendwie wieder wett. 
Das Konzert macht viel Spaß. Besonders auffällig sind zwei Mädchen in der ersten Reihe, die bedauerlicherweise genau in den Minuten  auf Toilette gehen, als wir Spinaci spielen. Die zwei kehren zurück und bemerken ihren Fehler. Sie rufen immer wieder laut und gequält mit Tränen in den Augen nach ihrem Lieblingssong, aber wir bleiben hart. Dafür sind wir berühmt – für unsere Härte. 
Nach dem Konzert besuchen uns die Musikerinnen der Band „Alle sagen Nomi“ im Backstage und zeigen uns wie man ordnungsgemäße Screamt. 
„Du musst deine Taschenfalten trainieren. Das ist alles Übungssache.“

MÜNSTER / SPUTNIK CAFÈ 
In Münster angekommen gehen wir erstmal Tretbootfahren. Es ist schweinekalt und auf dem See fahren die ganze Zeit irgendwelche reichen Kids mit Ralph Lauren Kleidung auf ihren Segelbooten herum. Sie ziehen scharf an unserer Kaffeefahrt vorbei und kaltes Wasser spritzt in unsere Gesichter. Sie wollen uns zeigen, wer hier das Sagen hat. Wir fahren in geduckter Haltung zurück Richtung Festland und verziehen uns. 
Unsere Trauer über diese Gemeinheit verfliegt schnell. Unsere Münster-Blondinators rasten auf dem Konzert richtig aus und wir bekommen im Anschluss sogar einen Kuchen geschenkt.
Danke, ihr seid unser Fels in der Brandung, immer. 

DÜSSELDORF / FFT
Mittlerweile riechen unsere Auftrittsklamotten so sehr nach Schweiß, dass es in den Augen brennt. Egal, da muss man eben durch. 
Nina entschließt sich blöderweise dazu, mit dem Mikrophon ins Publikum zu gehen und zu singen. Um sie herum fallen die Menschen zu Hauf in Ohnmacht, unsere Kleidung ist toxisch. Vielleicht sind wir mittlerweile immun dagegen, aber der Rest der Menschheit eben nicht. 
BIG SORRY dafür! Wir hoffen ihr habt euch erholt. 

MAIZ / KULTURCLUB SCHON SCHÖN 
Heute sind die Leute besonders gut drauf, noch besser als die Tage davor. Krass. Das klingt vielleicht arrogant, aber unsere Fans sind irgendwie saucool. Die springen während des Konzerts 60 Minuten durchgängig so in die Höhe, dass Lotta denkt, wir werden verarscht.
Danach gibt es in der selben Location noch eine Aftershow-Party mit dem wunderbaren Namen „Depri-Disco“. Wir tanzen also, gemeinsam mit unserem übrigens sehr talentiertem Voract „Luis Ake“, zu trauriger Musik und weinen.